1
 

Daten und Macht brauchen eine DSGVO

Datenschutz und Privatsphäre haben in den vergangen Jahren an Intensität und Tiefgang gewonnen.

Jetzt spricht man darüber, der Countdown bis zum 25.05.2018 läuft und ist wie nie zuvor in das Blickfeld der Öffentlichkeit—zumindest der Unternehmen— geraten. Parallel dazu, und gern auch leichtfertig damit vermischt, geht es um die Kontrolle des Staates und großer Unternehmen durch mehr Datentransparenz. Die Konfusion ist verständlich. Man könnte jetzt argumentieren, dass sich sowieso jeder im Internet entblößt und Behörden geradezu das Recht haben durch die „Blöße der Daten“ zu ihrem Recht zu kommen. Ob da der Spruch „Wer Online ist hat sein Recht auf Privatsphäre verwirkt“ auch als Entschuldigung gelten darf, mag bezweifelt werden.

Woher kommt nun aber diese allgegenwärtige Datengier? Für all die Internet-Konzerne ist die Frage relativ einfach zu beantworten. Das neue Paradigma heißt heute Werbung. Geld verdient man nicht mit der Technologie an sich, sondern mit der ungeheuren Werbemaschinerie, der hinter der Big Data stehenden Vielfalt der Verfahren, um die Nutzer besser auszuforschen, durchs Netz zu verfolgen und zu erahnen, was ihre Bedürfnisse und Interessen sind. Doch machen wir uns nichts vor. Die Vielfalt der Informationen über den Einzelnen, seine Vorlieben, seine politische Einstellung, seine Kommunikationspartner, sein Lebensumfeld, seine Partner und Freunde, seine finanziellen Möglichkeiten, seine typischen Bewegungsmuster, seine Ansichten zu grundlegenden moralischen und ethischen Fragen – all das sind Informationen, mit denen Geld verdient werden kann, mit denen man Macht ausüben kann. So kann die Datenschutzgrundverordnung wieder ein wenig mehr Sicherheit bieten. Glauben wir das?

Quelle: geralt/Pixabay