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Unternehmen brauchen ein Leitbild: Regula Benedicti ist 1500 Jahre alt

Sie meinen: „Leitbild? Haben wir schon!“ Kann sein, aber ob es in den Köpfe der Mitarbeiter angekommen oder in der Schublade verschwunden ist, ist die Frage.

Die Regula Benedicti ist kein Regelhandbuch, sondern Leitbild der Benediktiner. Man müsse nicht meinen, so Martin Werlen, ehemaliger Abt des Klosters Einsiedlen in der Schweiz, dass Benediktiner in einem Kloster handzahm und leicht zu führen sind. Darum wird auch zu jedem Mittagessen, abwechselnd von jedem der Teilnehmer, ein Sätzchen aus dem Leitbild vorgelesen, damit all das, was im Leitbild verankert ist, auch nicht in Vergessenheit gerät. Ein Leitbild ist nie einfach umzusetzen. So gibt es in jeder Gemeinschaft Murrer, Besserwisser (+/-), Querdenker, moderne Ansätze, Freigeister, Team, Zukunftsorientierte, Schnelle und Langsame, Starke und weniger Starke, Leistungsfähige, Bremser, Denker, Bewahrer, Veränderer, etc. die jedoch alle in einem Leitbild ihren Platz finden können und sollen. Weil Regulare eben nicht Regeln, sondern Leitbild zur Erfüllung der Vision bedeutet. Ein Leitbild muss gelebt werden und da fällt mir eine philosophische Betrachtung ein: „Im Leben reduziert sich alles auf die Liebe. Auf Liebe zu Dingen und zu Personen.“ Wie kann man für ein Unternehmen, für eine Sache oder für das was man täglich tun sollte brennen, wenn nicht die Liebe für all das entfacht ist? Wenn in einem Sportvergleich eine Mannschaft eine laissez-faire-Einstellung mitbringt und zehn Prozent an Leistung vergeudet, dann wird das Team unweigerlich verlieren. Stellen Sie sich das mal bei einem Unternehmen vor. Alle Gemeinschaften brauchen ein Leitbild, brauchen Vorbild, brauchen eine Vision, brauchen Führung, brauchen ein ständiges Ringen um den Weg. Also heraus mit dem Leitbild aus der Schublade und hinein in die Köpfe, Bäuche und Herzen der Mitarbeiter.

Quelle: Caro.ray via Wikimedia Commons