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Zwickmühle Collingridge-Dilemma

Die Komplexität auf uns zukommender Technologien in Verbund mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit, manövriert uns in
eine Henne-Ei-Situation. 

Fang doch Du mal an. Ein typisches Collingridge-Dilemma! Das „Steuerungs- oder Kontrolldilemma“ ist eine methodische Zwickmühle: Die Versuche, insbesondere der Technikfolgenabschätzung, zur Gestaltung der Technikentwicklung beizutragen, stehen vor einem typischen Doublebind-Problem. Erst kürzlich habe ich von einem Wirtschaftskapazunder gehört: „Ich weiß, dass ich nichts über die digitale Transformation mit all den Begriffen wie Künstliche Intelligenz, Roboter, Industrie 4.0, Chatbot, etc. weiß und bin damit schon ziemlich weit in der Erfassung der Situation. Aber die anderen sollen sich mal damit befassen und die Vorbereitungen dazu treffen!” Ein typisches Informationsproblem. Wirkungen können nicht leicht vorhergesehen werden, solange die Technologie noch nicht ausreichend entwickelt und weit verbreitet ist oder einfach so viele Wege nach Rom führen, dass Entscheidungen das Richtige zu tun schwierig werden. Vielleicht auch ein Macht- bzw. Umsetzungsproblem. Kontrolle bzw. Gestaltung sind umso schwieriger, desto fester die Technologie verwurzelt ist. 

Die Aussichten auf ein sicheres Folgenwissen werden umso besser, je weiter entwickelt die Technik ist, je besser die Produktionsbedingungen, Nutzungskontexte und Entsorgungsverfahren bekannt sind. Allerdings besteht dann keine Möglichkeit mehr, die Technik oder die Technikfolgen gestaltend zu beeinflussen, denn dann ist die Entwicklung bereits abgeschlossen oder wenigstens so weit fortgeschritten, dass aus ökonomischen Gründen ein Umsteuern kaum noch oder nicht mehr möglich ist. Ja, ja - Henne oder Ei? Anpacken oder mal schauen? Ich bin fürs anpacken!

Quelle: Comfreak/Pixabay